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Die Königin der Blumen lässt sich bewundern
Auf Rosen gebettet

„.. und die Morgenfrühe erwachte mit Rosenfingern“, dichtete bereits Homer. Und eröffnete damit einen leuchtenden Rosenstrauß von Gedichten, in denen diese Blume besungen wurde. Wohl keine andere Pflanze ist so sehr zum Symbol geworden wie die Rose. Liebe soll sie signalisieren und Treue, ein Sinnbild der Mutter Gottes ist sie und überhaupt eine blühende Pracht von königlichem Geblüt. 980 Millionen Rosen wurden allein im letzten Jahr von Deutschland importiert. Neben Italien, Kenia und Ecuador stammen sie zum allergrößten Teil aus den Niederlanden.

Schon zu Urzeiten blühten die Rosen in Mittel- und Zentralasien auf. Beschränkt war ihr natürliches Vorkommen allerdings auf die Nordhalbkugel unseres Planeten.  

Bereits im Jahr 500 Jahre v. Chr. wurde sie wegen ihrer unvergleichlichen Schönheit in Chinas königlichen Gärten kultiviert. Davon berichtet jedenfalls Konfuzius. Und der ist über jeden Zweifel erhaben.

Aber auch die Griechen verehrten die Königin der Blumen. Hier allerdings hauptsächlich wegen des Rosenbalsams, der heilsame Wirkungen auf Körper und Geist haben soll.

Auch zur Parfumherstellung wurde sie genutzt und so war es kein Wunder, dass sie in den römischen Bürgerhäusern als Inbegriff des Luxus verehrt wurde. Mit Rosen wurden Reichtum und Macht demonstriert. Sklaven? Die durften damit allenfalls die Tische für die Gelage dekorieren. Handelte es sich um einen besonders reichen Bürger, regnete es schon mal Rosenblüten auf Bänke, Tische und Liegen.

In Europa schlug die Stunde der Rosen im 8. Jahrhundert. Krankheiten wüteten und die Bevölkerung starb an Mangelernährung. Auch das uralte Kräuterwissen weiser Frauen war kaum noch bekannt. Keine Frage, nahrhafte und heilende Pflanzen mussten kultiviert werden.

Kein Geringerer als Karl der Große höchstpersönlich verordnete im Jahre des Herrn 794 in seiner „Capitulare de villis vel curtis imperialibus“ den Anbau von Obst-, Gemüse, Heil- und Zierpflanzen. Dazu gehört auch die Rose Rosa canina L. Nun blühte die schöne Hausarznei auch in den öffentlichen Gärten.

Bereits im 13. Jahrhundert entstanden durch spontane Kreuzungen mehrfach blühende Arten.

Während Gemahl Napoleon mit seiner Grand Armee Europa eroberte, machte sich Gemahlin Josephine de Beauharnais um die Rosenzucht verdient. Sie legte nicht nur einen Rosengarten an, sondern trug auch die erste Rosensammlung zusammen.

In Deutschland gilt die im Jahr 1773 gezogene Gallica-Rose „Perle von Weißenstein“ als Beginn der eigentlichen Rosenzucht. In Frankreich wurde dann 1867 die legendäre Rose „La France“ eingeführt.

Weil ihre Blüten ein Pentagramm symbolisieren, gilt sie seit uralten Zeiten vor allem als Symbol der „Verschwiegenheit.“ Und in der Alchemie war sie immer auch ein Zeichen der Weisheit und des klaren Geistes.

Bereits im Mittelalter galt sie als Sinnbild der Frau und wurde zunehmend von den Dichtern in verzehrender Liebe besungen. Auch im Altkanzler Konrad Adenauer entflammte die Liebe zu dem dornigen Gewächs. Seine Entspannung fand er jahrzehntelang inmitten seiner Rosenzucht.

Janek Vincier

Foto© A. A. Wirtz

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