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Pillen und Geld

Igel beim Zahnarzt
... und stachelig sind sie auch

Die Krankenkassen zahlen längst nicht mehr alle ärztlichen Leistungen. Immer öfter muss der Patient in das eigene Portemonnaie greifen.
Die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt ist überstanden. Er hat überhaupt nicht gebohrt. Aufatmen beim Patienten. "Sie haben ja bemerkenswert gesunde Zähne. Kein Karies, kein Zahnfleischschwund. Damit das so bleibt, würde ich Ihnen IGeL empfehlen", sagt der Doktor med. und zeigt auf die Wand gegenüber. Dort hängt im dezent silbernen Rahmen eine Liste. IGeL-Leistungen: Zahnsteinentfernung, Paradontites-Risikotest, Markerkeimdiagnostik.

IGeL ist die Abkürzung für "Individuelle Gesundheits-Leistungen". Das sind Leistungen, die der Arzt nicht über die Versichertenkarte der Krankenkasse abrechnen kann. Der Patient muss sie selber bezahlen.

IGeL, die nicht die Haut, sondern den Geldbeutel pieksen, gibt es nicht nur beim Zahnarzt. Auch andere Mediziner machen Angebote, die über den Leistungskatalog der Krankenkassen hinausgehen. Ultraschallaufnahmen beim Gynäkologen, Schilddrüsen-Check beim Internisten und Cellulite-Behandlungen beim Dermatologen. Nur eine kleine Auswahl dessen, was Ärzte so empfehlen.

Welche Zusatzleistungen in Diagnostik und Behandlung für den Patienten sinnvoll sind, muss jeder selbst entscheiden. Das kann für die eine das Facelifting und für den anderen die Akkupunktur sein. IGeL sind für alle da. Für alle, die es sich leisten können.

Solveigh Iversen

Foto© pixelquelle.de

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