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Runter mit dem Winterspeck:
Fastenkur statt Hungertortur


Auch ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen? Nach all dem guten Essen kann eine Fastenkur den Körper reinigen und entschlacken. Doch Vorsicht: Fasten nur nach medizinischer Anleitung und vorheriger Rücksprache mit dem Arzt.

In fast allen Religionen gibt es sie: Empfohlene Fastenzeiten, die unseren Körper entschlacken. „Seele und Körper reinigen und den Ballast abwerfen“ – So wird meist die Wirkung des Fastens beschrieben.
Doch wer sich ohne medizinische Unterstützung ans Hungern macht, riskiert gesundheitliche Schäden.
„Es kann zu Eiweißmangel und in der Folge zu Muskelabbau kommen“, sagt der Arzt Horst Ebert. Aus diesem Grund wird von den meisten Ärzten das sogenannte „proteinmodifizierte“ Fasten empfohlen. Dabei wird dem Körper hochwertiges Eiweiß zugeführt.
Wer allerdings fastet, um sein Gewicht zu reduzieren, kann sich oft nur über sehr kurzfristige Erfolge freuen. Meist setzt ein Jojo-Effekt ein, weil der Körper seinen Energieumsatz um 14 Prozent reduziert. Kommt es dann wieder zur normalen Essenaufnahme, werden die nicht verbrauchten Kalorien schnell als Fett abgelagert.
Trotz kleineren Portionen schlägt der Zeiger der Waage bald heftig aus. „Besser ist die langsame und grundlegende Umstellung“, meint der Allgemeinmediziner Horst Ebert.

Regelrecht gefährlich kann das Fasten bei Vorerkrankungen werden. Mit der Eiweißreduzierung kann auch die Herzmuskulatur angegriffen werden.
Bei Übergewicht wird von Ernährungsberatern die sogenannte niedrigkalorische Diät empfohlen. 400 bis 600 Kilokalorien sind dabei erlaubt. Die Ergänzung durch Eiweiße verhindert eine zu starke Belastung des Körpers.
Wer sich trotzdem zu einer Fastenkur entschließt, sollte dies nie auf eigene Faust tun. Unbedingt vorher mit dem Hausarzt darüber sprechen und Risiken vermeiden.

Buchinger Methode

Bei der von dem gleichnamigen Arzt der Lebensreform-Bewegung entwickelten Art des Fastens wird der Stoffwechsel durch das Aufnehmen von Gemüsebrühe und Säften entlastet. So werden dem Körper schützende Vitamine zugeführt.

Saftfasten

Bei dieser Methode sind Obst- und Gemüsesäfte in einer bestimmten Menge erlaubt. Zusätzlich wird Buttermilch getrunken.
Auch hierbei gilt: Erfahrungsberichte, mögliche Nebenwirkungen und Risiken abwägen und mit dem Arzt absprechen.

Molke-Kuren

Gestattet ist ein Liter Molke, die über den Tag verteilt getrunken wird. Außerdem erlaubt: ½ Liter Obstsaft und 3 Liter Leitungswasser.

Teefasten

Getrunken wird bei dieser Methode vorwiegend Kräutertee. Auch Früchtetee ist in bestimmten Mengen erlaubt.

Neera-Trinkfasten

Zugeführt wird dem Körper frischer Zitronensaft, mineralreicher Baumsirup (eine Mischung aus Ahornsirup, Vitamin C und Palmsirup). Hinzugefügt wird etwas mit Wasser gemischter Cayenne. Eine Mixtur, die Vitalstoffe und Energie liefern soll. Weitere Wirkung: Damit wird der Blutdruck stabil gehalten und die Konzentrationsfähigkeit erhöht.

Obsttage

Wer - statt mehrtägiger Fastenkur - zwischendurch ein paar Pfunde zum Purzeln bringen will, sollte Obsttage einlegen. Hilfreich aber nur, wenn die Fettzufuhr insgesamt reduziert wird.

Unbedingt beachten:

Nach Abschluss der Fastentage sollte zunächst wieder sehr behutsam Nahrung aufgenommen werden.

Nicht fasten sollten Menschen, die unter Bulimie oder Esssucht leiden. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte ebenfalls unbedingt den Arzt vorher fragen. Während der Schwangerschaft sollte auf eine Fastenkur verzichtete werden. Nicht fasten dürfen: Frisch Operierte, Ältere, die an einer ausgeprägten Altersschwäche leiden, Tuberkulose-Patienten, Leberkranke und alle, bei denen eine Überfunktion der Schilddrüse festgestellt wurde.
 

Janek Vincier

Foto© pixelquelle.de, c-timmim

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