Kalenderblatt versenden!
Gesundheit und Wellness!
Buch- und CD-Tipps!
blickwelten-Archiv!
Adressen und Links!
Zurück zu Genuss und Wellness!

Kaffee ist Kult:
„Heiß wie die Hölle, schwarz wie der Teufel, rein wie ein Engel, und süß wie die Liebe“


„Der Kaffee ist das Sinnbild der Liebe. Man liebt ihn brünett, blond und schwarz, aber durchgängig – heiß.“ So steht es in einer alten Schrift. Auch der französische Staatsmann Talleyrand war in dieses Getränk geradezu vernarrt: „Heiß wie die Hölle, schwarz wie der Teufel, rein wie ein Engel, und süß wie die Liebe“, sollte er sein. Ob heißblütige Liebe oder hoffnungsvolle Aufmunterung im aufreibendem Alltag: Auch aus unserem Leben ist Kaffee nicht mehr wegzudenken.

Aus 60 Arten von Kaffeepflanzen werden die Mischungen zusammengestellt. Neben den wichtigsten Sorten Coffea arabica und Coffea robusta, werden auch exotische Sorten immer beliebter. Kein Wunder, denn die braunen Wunderbohnen verheißen Entspannung und Versöhnung mit dem Leben. Doch ihr Siegeszug begann gar nicht friedlich.

Eilig räumt die türkische Armee im Jahr 1670 das Feld. Die Belagerung der Stadt Wien bleibt erfolglos. Die Zelte werden abgebaut und anschließend wird verladen, was die gigantische Belagerungsarmee in ihren Satteltaschen und auf dem Rücken wegschleppen kann. Als die Wiener das verlassene Heerlager inspizieren, fallen ihnen auch ein paar zurückgelassene Säcke mit grünen Bohnen auf. Bis auf einen findigen Wiener Gastronom interessieren die niemanden. Der schleppt die Beute nach Hause und röstet die Bohnen „nach Türkenart“ über dem Feuer.

Sein frisch gebrühter Kaffee wird nicht nur zu einem Siegestrunk, sondern zu einem echten Verkaufsschlager. Nach wenigen Monaten kann der Mann mit dem Verdienst das erste Kaffeehaus in der Donau-Metropole eröffnen.

Doch europäische Kaffeepioniere waren die Wiener keinesfalls. Schon Jahrzehnte zuvor konnte man das anregende Getränk in einem Hamburger Kaffeehaus genießen. Übrigens sehr zum Leidwesen der königlichen Majestäten, die den Absatz des heimischen Biermarktes gefährdet sahen. Exorbitante Steuern wurden auf den Kaffee erhoben und böse Gerüchte über seine Schädlichkeit in Umlauf gesetzt. Zusätzlich röstete man aus Gerste und Roggen einen Ersatzkaffee. Weil der auf wenig Gegenliebe stieß, blühte Kaffeeschmuggel und Schwarzhandel. Die Obrigkeit war auf der Hut, und tatsächlich schlichen nachts Kaffeeschnüffler durch die Gassen. Sie waren all jenen Unholden auf den Fersen, die unversteuerte Wunderbohnen über dem eigenen Herdfeuer rösteten. Genützt hat das alles nichts. Der Triumphzug des aromatischen Getränks, dessen Bohnen aus Brasilien, Costa Rica oder Kolumbien stammen, war einfach nicht aufzuhalten. Den Komponisten Johann Sebastian Bach entrückte das Getränk derart, dass er vor lauter Begeisterung eine Kaffee-Kantate auf das Notenpapier warf. Und der französische Philosoph Voltaire soll gar 70 Tassen (täglich!) davon getrunken haben, um mit Hilfe des Koffeins seinen Verstand zu wetzen.

Inzwischen werden die Bohnen von Spezialisten verkostet und dann zu edlen Auslesen zusammengemischt. Und auch die Art der Zubereitung hat sich gewandelt. „Wir haben einen eindeutigen Trend zu Espresso in verschiedenen Geschmacksrichtungen“, sagt Jens Burg. Er ist einer der letzten privaten Kaffeeröster in Hamburg. Auch für den ganz besonderen Geschmack hat der Spezialist eine Empfehlung: „Sidamo Kaffee aus Äthiopien, der schmeckt nach schwarzen Johannisbeeren und ist noch bezahlbar.“ Wichtig ist ihm, dass man einer besonderen Tasse Kaffee auch ein besonderes Ritual zukommen lässt. „Gleichgültig ob man ihn später süß oder mit Milch trinkt, den ersten Schluck immer pur schlürfen, um den Eigengeschmack zu genießen“, rät Burg.

Kaffee ist und bleibt mit Geselligkeit verbunden. Und dazu gehört sicher auch die gemütliche Kaffeerunde mit Freunden oder Nachbarn. Auch ein kleines Alltags-Ritual, das es verdient, wieder belebt zu werden. Denn mit dem Duft des Kaffees zieht trotz Wind und Wetter auch ein wenig brasilianische Sonne und kolumbianisch strahlender Himmel direkt über den Kaffee-Tisch.

Vincent Vanhall

Foto© A. A. Wirtz

Zurück zu Genuss und Wellness!






Zurück zur Startseite!
©2007
Zurück zur Startseite!