Tee - Das aromatische Elixier
der Götter:
„Die Schalen, die erheitern ...“
Vor 4700 Jahren wehte dem Kaiser Shen Nung ein Blatt in seine mit
heißem Wasser gefüllte Schale. Der Kaiser kostete
überrascht das frisch duftende Getränk und
voilá: Die einzigartige Erfolgsgeschichte des Tees nahm
seinen Lauf. Seit Jahrtausenden ranken sich allerlei Legenden um das
einzigartige Getränk mit seiner wohltuenden und
harmonisierenden Wirkung.
Vor allem in China bauten Bauern die Sträucher mit den
aromareichen Blättern an. Doch erst im 17. Jahrhundert sollte
das Elixier der Götter auch in Europa seinen Siegeszug
antreten.
„Mehr Tee!“, rief das Volk. Doch
Preußenkönig Friedrich der Große
schüttelte den Kopf. Das teure Zeug musste eingeführt
werden und das auf Kosten der Staatskasse. Nein, die Haushaltsmittel
sollten unter allen Umständen geschont werden. Also verbot er
kurzzeitig Tee und auch Kaffee per Dekret. „Die Leute sollen
lieber das gute alte Bier trinken, damit die Devisen im Lande
bleiben“, verkündete der Hof. Eigens bestellte Tee-
und Kaffeeschnüffler schlichen durch die Gassen, um ruchlose
Genießer dingfest zu machen.
Doch aufzuhalten war der Siegeszug des aromareichen Getränks
nicht. Auch als der Teeimport im Zuge der zwei Weltkriege rationiert
wurde, wussten sich die Menschen zu helfen. So deckten die Ostfriesen
ihren täglichen Bedarf durch nächtliche Bootsfahrten
nach England und Holland. „Hef wie kin tee möten wie
starven“, also: „haben wir kein Tee,
müssen wir sterben“, hieß die Parole. Und
so wurde bei Nacht und Nebel geschmuggelt, was die Teekisten und
Teesäcke hergaben.
Auch heute boomt der Tee in all seinen Varianten. Neben dem Kaffee ist
er das Volksgetränk Nr. 2. Rein statistisch trinkt jeder
Deutsche 26 Liter Tee im Jahr. Tendenz rasch steigend.
„Die Schalen, die erheitern, nicht berauschen“,
jubelte ein englischer Dichter. Und diesen Genuss lassen sich auch
immer mehr Deutsche auf keinen Fall entgehen.
Patrick
Manrah

Der aromatische Tee
First
Flush
Darunter versteht der Kenner eine
Qualitätsgarantie für Darjeeling- und Assam-Tees.
Gemeint ist damit die erste Teeernte nach dem Winter, also vom
März bis in den April.
Schnitt
2 oder Second Flush
Damit sind die in Darjeeling und Assam von Mai bis
Ende Juni gepflückten Teeblätter gemeint.
Teebeutel
Erfunden von dem New Yorker Thomas Sullivan, der
seine Proben in Seidenbeutelchen verschickte. An ihm scheiden sich die
Geister, doch er ist besser als sein Ruf. Nichts geht allerdings
über einen herkömmlich aufgebrühten Tee.
Schwarzer
Tee
Er erhält seine dunkle Farbe durch die
Fermentierung. Durch die zusätzliche Trocknung wird er haltbar
gemacht. Wird in unseren Breitengraden am häufigsten
aufgebrüht.
Grüner
Tee
Wird nur sehr zaghaft fermentiert, indem er nach
der Ernte in Eisenpfannen über dem Feuer gewelkt und dann
getrocknet wird. Beim Aufbrühen wird der erste Aufguss
weggegossen. Gilt als wahres Gesundheitselixier.
Mate-Tee
Wird aus dem Mate-Strauch, einer Stechpalmenart,
gewonnen. Der vitamin- und mineralreiche Trunk soll Nerven, Muskeln und
den Stoffwechsel stärken. Durch das enthaltene Koffein gilt er
als anregend und harntreibend.
Rooibusch-Tee
Wird aus dem südafrikanischen
Rooibos-Strauch gewonnen. Enthält kein Koffein und keine
Gerbstoffe. Deshalb auch für Kinder und Babys geeignet.
Früchte-Tee
Wird inzwischen aus nahezu allen Früchten
gewonnen. Besonders beliebt sind fein aufeinander abgestimmte Aromen
(etwa Hagebutte und Erdbeere).
Kräuter-Tees
Werden aus Heilkräutern extrahiert. Die
Tees haben - ganz nach den Eigenschaften der Pflanzen - eine
aktivierende, beruhigende oder auch verdauungsfördernde
Wirkung.
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