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Ergonomie:
Nur ein starker Rücken kann entzücken


Das Kreuz mit dem Kreuz - Für viele gehören Rückenschmerzen fast schon zum Alltag. Ursachen sind Bewegungsmangel, aber auch Haltungsschäden.

Entstehen können sie durch einseitige Belastung auf der Arbeitsstelle oder bei Tätigkeiten im Haushalt. Die Probleme mit dem Rücken strahlen dann auf den gesamten Körper aus und können weitere gesundheitliche Folgen wie Bandscheibenprobleme, Kopfschmerzen oder frühzeitige Ermüdung zur Folge haben.

Ist der Rücken erst einmal krumm, hilft meist nur eine „Schadensbegrenzung“ durch regelmäßige Krankengymnastik und Massagen. Doch soweit muss es gar nicht erst kommen. Gerade im Haushalt kann jeder rechtzeitig gegensteuern. Schließlich ist die Wohnung nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein „Arbeitsplatz“.

Haushaltsputz, Staubsaugen oder Kochen bedeutet für den Körper eine Dauerbelastung und damit eine extreme Herausforderung. Aber auch eine falsche Körperhaltung beim Tragen von Einkaufstüten oder Heben von schweren Gegenständen schadet dem Rücken.

Nach der Auswertung einer Langzeitstudie der Technischen Hochschule Darmstadt wurden jetzt Empfehlungen für den "gesunden" Arbeitsplatz zwischen Töpfen und Pfannen herausgegeben.

Die Forscher raten: Tischplatten und Arbeitsunterlagen sollten nicht zu niedrig angebracht sein. Eine Körperbeugung von mehr als 20 Grad aus der Senkrechten nach vorn ist auf Dauer ungesund für die Wirbelsäule und führt zu Dauerschäden.

Für die richtige Arbeitshöhe etwa des Küchentisches gilt die Faustregel: Bei schweren Tätigkeiten sollte die Arbeitsplatte 20 bis 30 Zentimeter unter der Ellenbogenhöhe angebracht sein, für leichtere Arbeiten 10 bis 15 Zentimeter darunter.

Bei den Schränken empfehlen die Wissenschaftler Auszüge, also Konstruktionen, bei denen der gesamte Inhalt wie bei einer Schublade herausgezogen wird. Damit wird das tiefe Hineinbeugen vermieden. Eine Haltung, bei der man sonst unweigerlich verharren muss, wenn man Lebensmittel, Töpfe oder Geschirr heraussucht.

Auch bei Hochschränken sollten die "Bretter" in der ganzen Länge auf Schienen herausgleiten, damit man den gesamten Schrankinhalt überblickt und das Gesuchte schnell findet.

Geräte wie Backofen und Mikrowellenherd sollten in bequemer Sicht- und Greifhöhe eingebaut werden.

Bei ihrer Untersuchung haben die Wissenschaftler auch festgestellt, dass nur etwa die vorderen 60 Zentimeter einer Arbeitsplatte genutzt werden. Deshalb möglichst den hinteren Bereich als Stauraum nutzen.

Eine gute Organisation macht sich für die Gesundheit bezahlt. Und man spart Zeit, denn günstig angebrachte Hilfsmittel lassen die Arbeit leichter von der Hand gehen.

Doch alle Maße und die körpergerechte Höhe des Arbeitsbereichs helfen nicht, wenn die Körperhaltung bei der Arbeit falsch ist.

Bei allen Tätigkeiten, die mit Bücken zu tun haben, sollte deshalb auf einen geraden Oberkörper geachtet werden. "Buckeln" ist selbst beim Staubsaugen schädlich. Also besser den Oberkörper gestreckt halten. Der aufrechte Gang ist ein Zeichen von guter Gesundheit. Und ein besseres Aussehen ist damit auch garantiert.

Paula Persson

Foto© pixelquelle, back

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